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Hintergrundartikel
 

Linux und Solaris – Die beiden Säulen der Open Source-Strategie von Sun

Linux ist im Trend. In den Feuilletons der großen Zeitungen finden sich Texte, die von der Schönheit einer fehlerfrei geschriebenen Befehlszeile schwärmen. Das ist zwar am Problem vorbei, klingt aber schwer technisch. Im Wirtschaftsteil ist Linux ohnehin präsent. Firmen entwickeln dann eine "Linux-Strategie" oder preisen den Einsatz von Linux und anderer quelloffener Software als Kostenbremse in wirtschaftlich schweren Zeiten. Auch das ist schlicht gedacht und häufig falsch, suggeriert es doch einen Wechsel der einfachen Art, wie den von einer Automarke zu anderen. Die einfachen Sätze kommen aber gut an; sie hinterlassen beim Leser das Gefühl, dass etwas getan wird.

Der Rummel um Linux verzerrt manche Berichte, besonders solche, die sich mit den Firmen befassen, die die treibende Kraft hinter der Entwicklung von Linux sind. Hier verdeckt der besondere Charme der freien Gemeinschaft verstreut lebender und arbeitender Freizeitentwickler die Tatsache, dass es die Großen der Computerbranche sind, die Linux weiter entwickeln. Obwohl Sun Microsystems, IBM und Hewlett Packard über eigene Unix-Angebote verfügen, fördern und finanzieren sie die gesamte Linux-Gemeinde, und das keineswegs nur pro forma. Das beste Beispiel für diese Unterstützung gibt Sun Microsystems, als Firma der größte Zulieferer zur quelloffenen Softwareszene, die sich rund um Linux etabliert hat. Mit StarOffice und der Unterstützung von OpenOffice stellt Sun das führende Büropaket unter Linux, mit der Unterstützung von Gnome die wichtigste grafische Oberfläche. Beim Web-Browser wirkt Sun am Mozilla-Projekt mit, beim Web-Server ist die Firma im Rahmen der Apache Foundation aktiv. Weitere wichtige Projekte mit direkter Beteiligung von Sun sind die TV Linux Alliance (Standard für digitale Settop-Boxen auf Linux-Basis) und die Internationalisierung von Linux analog zu kommerziellen Unix-Implementierungen bei Li18nux. Überdies ist Sun an der Java Entwicklungsumgebung NetBeans beteiligt sowie dem Project JXTA, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Framework zur Realisierung von Peer-to-Peer Systemen zu schaffen. Somit sind alle Bestandteile von Java für Linux verfügbar. Mit der vielfältigen Unterstützung von Linux wird Sun eigentlich nur von der Summe der Beiträge der privaten Entwickler übertroffen - die von Sun ebenfalls nach Kräften unterstützt werden. So vergibt Sun Microsystems jährlich 30 Stipendien an besonders begabte Einzelentwickler, andere bekommen kostenlosen Zugang zu Werkzeugen, mit denen die Kompatibilität ihrer Software zu existierenden Standards geprüft werden kann.

Solaris und Linux - Die Brüder

Die Kompatibilität unter den verschiedenen Linux-Distributionen und besonders die Verwandschaft zu den verschiedenen Zweigen der Unix-Familie ist es, was die eigentliche Stärke von Linux ausmacht. Ohne die Einhaltung vieler Standards der großen Unix-Welt und ohne die vielfältigen GNU-Komponenten wäre Linux niemals über den Status einer in Hobbykellern entwickelten Kuriosität hinausgekommen. So aber ist es integriert, funktionieren Bluttransfusionen in beide Richtungen ohne allergische Reaktionen. Dies gilt besonders für die Beziehung zwischen Sun Solaris und Linux. Sun war der erste Entwickler einer großen Unix-Distribution, der 1999 alle Linux-Schnittstellen mit seinem Betriebssystem unterstützte. Das gilt heute umso mehr: Mit der grafischen Oberfläche Gnome und dem Werkzeug LinCAT (Linux Compatibility Assurance Tool) sind alle Voraussetzungen für eine nahtlose Integration vorhanden. Unter der aktuellen Version Solaris 9 laufen nahezu alle Linux-Applikationen auf Solaris und profitieren dabei von den Werkzeugen für die System- und Ressourcenverwaltung, die Solaris bei den Technikern beliebt gemacht hat. Dabei läuft Solaris 9 auf SPARC-Systemen wie auf der Intel-Plattform, die von Sun weiterhin unterstützt wird. Für Umsteiger aus der Linux-Welt bedeutet dies nichts weniger, als dass sie sich sofort zurechtfinden, wenn sie auf einem Solaris-System arbeiten sollen.

Solaris oder Linux? - Verschiedene Einsatzmöglichkeiten

Der derzeitige Hype um Linux wirft die Frage nach den Einsatzmöglichkeiten für Linux auf. Bei Sun Microsystems löst Linux die bewährte Betriebssystemumgebung Solaris auf SPARC-Systemen nicht ab. Denn hinsichtlich Skalierbarkeit, Hochlastverhalten und Stabilität ist Sun Solaris unumstritten die bessere Wahl. So hat Sun in der Diskussion um den Einsatz von Linux eine klare Abgrenzung gegenüber Solaris gemacht: Linux ist nur im "Edge-Bereich" eine sinnvolle Alternative zu bestehenden Systemen, Solaris bleibt für die unternehmenskritischen Anwendungen die bewährte Lösung im Datacenter. ("Edge" steht für den Einsatz "am Rand" von Rechenzentren mit dedizierten Aufgaben wie Firewall, Viren-Scanner, Web-, Video- oder Mail-Server.)

Der Linux-Boom weckt bei IT-Entscheidern, vor allem kleiner und mittelständischer Unternehmen, die Hoffnung auf preisgünstige Hardware und kostenlose Systemsoftware. Hier kommt der Sparfaktor ins Spiel. Auf den ersten Blick erscheint der Umstieg auf Linux als sinnvolle Maßnahme in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, denn die Vorteile der offenen Plattform liegen fraglos in den niedrigen Anschaffungs- und Betriebskosten. Der tatsächliche Nutzen von Linux gilt allerdings nur in den Bereichen, wo eine 32-Bit-Umgebung ausreichend ist und die Anwendung bei Bedarf horizontal skalierbar ist. Das heißt, dass eine hohe Gesamtleistung und Verfügbarkeit durch den Parallelbetrieb von mehreren kleinen Einzelsystemen erreicht werden kann und dieser Parallelbetrieb administrativ mit vernünftigem Aufwand durchführbar ist. Für kleine und mittelständische Betriebe, die Applikationen wie Firewall oder Mail-Server unter Linux laufen lassen, ist der Einsatz von Linux sinnvoll. Dies sind eben Anwendungen am Rand des Rechenzentrums, die keine Hochverfügbarkeit des Einzelsystems verlangen. Zudem dürfen Anforderungen an das Betriebssystem wie Robustheit und Sicherheitsfeatures nicht vorrangig sein.

Wer jedoch gerade auf die letztgenannten Aspekte Wert legt, sollte von Linux absehen. Solaris mit seinen herausragenden Sicherheits-Features gewährleistet dort, wo 24 x 7-Verfügbarkeit und Stabilität gefordert sind, eine unschlagbare Zuverlässigkeit. Features wie eine gleichermaßen vertikale wie horizontale Skalierbarkeit, Binär-Kompatibilität, High Availability sowie die einfache Sun ONE Integration machen den großen Bruder von Linux zur unumgänglichen Lösung im hochkritischen Bereich. Solaris ist beispielsweise die bevorzugte Plattform für Telekommunikationsunternehmen. Mit der Version Solaris 9 baute Sun das führende Unix-Betriebssystem weiter aus. Solaris 9 hat als einziges Unix-Betriebssystem integrierte Funktionalitäten zum Management der Systemressourcen. Dies garantiert nicht nur höchste Service-Level, sondern reduziert gleichzeitig die damit verbundenen Kosten. Ein weiteres entscheidendes Kriterium: Systemausfallzeiten verursachen unter Umständen den Verlust von Kunden mit daraus resultierenden Einnahmeverlusten, nicht selten in Millionenhöhe. Durch die Sun Cluster 3.0 Software laufen geschäftskritische Anwendungen wie zum Beispiel Oracle 9i RAC und SAP mit einem Höchstmaß an Zuverlässigkeit. Und dann schneidet Linux auch im Kostenvergleich nicht besser ab: Solaris wird zu jeder Sun SPARC-Plattform mit einer Lizenz kostenlos mitgeliefert.

Linux-Desktop – Die Antwort auf den Kostendruck

Nun geht Sun einen Schritt weiter und bietet mit dem Linux-Desktop auf PC-Basis einen neuen Client an, der Unternehmen helfen soll, ihre Kosten besser zu kontrollieren. In großen Stückzahlen ausgeliefert, ist der Linux-Desktop für den typischen Arbeitsplatz gedacht, der mit Büroanwendungen, E-Mail und Web-Browser ausreichend ausgestattet ist. Basierend auf Sun Linux und der Java Card für das sichere Login ist der Linux-Desktop mit Software konfiguriert, die der Arbeitsplatz-Rechner braucht: Das Office-Paket StarOffice wie der Browser und der Kalender/Mail-Client sind vorinstalliert. Auf der Basis der Gnome-Oberfläche steht dem Anwender ein grafischer und einfach zu bedienender Arbeitsplatz zur Verfügung, auf dem mit StarOffice alle Dokumente, Präsentationen und Tabellen bearbeitet werden können, die im populären Format von Microsoft Office existieren. Mit Evolution ist ein Mail-Client integriert, der nahtlos mit Microsoft Exchange zusammenarbeitet. Außerdem kommt der Linux-Desktop mit der Java Card-Technologie, die die Authentifizierung eines Anwenders sicher macht: Der sonst so unzureichend gesicherte Desktop wird zu einem System, das striktes Identitäts-Management bietet. Als offene und vielfach geprüfte Technologie ist die Java-Card weltweit bei Finanzdienstleistern, Regierungen oder großen TK-Unternehmen im Einsatz, mit dem Linux-Desktop kommt sie nun zum Standard-PC. Damit eignet sich der neue Linux-Desktop auch besonders für den Einsatz in Call-Centern, Behörden, Banken oder auch in Klassenräumen, wo Computer mit einfachen Aufgaben wie Textverarbeitung, Bestellungs-Eingabe oder Reservierungs-Bestätigung kaum ausgelastet sind. Das Angebot eines einfachen, robusten und sicheren Clients, der ohne versteckte Lizenzkosten auskommt, ist ein besonderes Argument für Firmen, die Arbeitsplatz-Rechner nicht als Hardware-Plattform betrachten, sondern als Verbrauchsmaterial definieren. Der Austausch eines Desktop-Systems auf Intel-Basis wird heute mit der Nonchalance erledigt, mit der Farbbänder und Toner gewechselt werden. Mit genau kalkulierbaren Kosten und einem Service für Hard- und Software, der aus einer Hand kommt, ist das Angebot von Sun dafür gedacht, eine möglichst geringe Total Cost of Ownership (TCO) pro Arbeitsplatz zu gewährleisten. Hinzu kommt, dass die Kosten für den Linux-Desktop nicht einmalig anfallen, sondern pro User pro Monat abgerechnet werden.

Das Netzwerk – Alles aus einer Hand

Mit dem Linux-Desktop tritt Sun Microsystems erneut den Beweis an, dass das Netzwerk der Computer ist. Nicht der einzelne Rechner ist entscheidend, sondern das Netzwerk, in das er eingebunden ist. Für den Einsatz des Linux-Desktops mit Sun Linux bietet das Netzwerk eine Reihe von Vorteilen, die mit einfachen Linux-Distributionen nur sehr schwer zu realisieren sind. Das fängt bei der simplen Tatsache an, dass mit Sun Linux im Support ein Ansprechpartner für Hardware und Software vom Desktop bis zu den Servern vorhanden ist, der kompetente Hilfe anbietet. Alle Komponenten, alle eingesetzten Treiber sind von Sun Microsystems optimiert und stressgetestet. Sollten neue Treiber benötigt werden, stehen sie über die erprobten Verteilungswege wie SunSolve und BluelinQ zur Verfügung, die mühselige Suche im Internet durch den Endkunden entfällt. Was für den Desktop gilt, gilt erst recht für die Sun LX50, der mit Linux zum Einsatz kommt. Wie der Linux-Desktop besticht der Server durch die von Sun mitgelieferten Applikationen, wie den Apache-Webserver; den Sun Streaming Server, die Datenbank MySQL oder die Sun ONE Active Server Pages für den Einsatz als Web-Server. Weitere enthaltene Anwendungen, die vorinstalliert kommen und den Download über das Internet überflüssig machen, sind Java 2 SDK Standard Edition, TomCat (Java Server Pages), WU-FTP (FTP), Sendmail (Email-Server), Bind (DNS-Server) oder der Grid Engine Agent, mit dem die LX50 in einen Rechner-Cluster eingebunden werden kann.

Mit seinen Angeboten für den Linux-Desktop und dem Linux-Server LX50 bietet Sun seinen Kunden eine geschlossene Produktpalette an, an die sich die Solaris Welt der Workstations und Server nahtlos anschließt. So können Kunden kostengünstige Installationen realisieren, bei denen unternehmenskritische Anwendungen auf bewährten Systemen laufen und einfache Aufgaben auf sicheren, ausgereiften Desktops. Das Netzwerk ist ein Computer, der bis hin zu den Clients fein kalibriert werden kann. Kunden bekommen so ein Instrumentarium an die Hand, die Unternehmens-EDV ohne versteckte Lizenzgebühren, ohne die bekannten PC-Sicherheitsprobleme, ohne die Bedrohung durch Windows-Viren bis hin zum Client zu rationalisieren. Wie wichtig dieser Ansatz für die Unternehmen ist, zeigt ein Blick in die aktuelle FLOSS-Studie, die die Berliner Marktforscher der Berlecon Research für die Europäische Gemeinschaft anfertigte. FLOSS steht hier für "Free/Libre Open Source Software": Die Marktforscher befragten Unternehmen in ganz Europa, die Software wie Linux und StarOffice einsetzen, häufig in Kombination oder zur Erweiterung ihrer existierenden Unix-Plattform. Mit großem Vorsprung bezeichneten die Befragten die Möglichkeit zum Anpassen der Software und die durchgängige Kontrolle über die Software als das wichtigste Merkmal für den Einsatz von Linux und Co. im Betrieb. Als weiterer, doch wichtiger Faktor werden abhängig machende Lizenzmodelle angeführt. Überdies finden sich so banale Punkte wie die Integration von Entwicklungswerkzeugen ganz oben auf der Skala der Argumente. Die FLOSS-Studie zeigt deutlich, dass in Unternehmen ohne ideologische Scheuklappen gerechnet wird, wenn es um den Einsatz von Linux geht.

Genau auf diesen Punkt zielt das Linux-Angebot von Sun. Mit Linux für den Desktop und für die Einstiegs-Server bekommen die Unternehmen ein komplettes Angebot an die Hand, die Vorteile von Linux kompromisslos zu realisieren. Die umfassende Palette an Entwicklungswerkzeugen und zusätzlichen Programmen, die Sun Microsystems mitliefert, entsprechen den dringlichsten Wünschen der befragten Unternehmen. Das Angebot von Sun gibt den Unternehmen das System und die Hardware, die wirklich gebraucht wird. Das Ganze gebündelt mit einem Service für Hardware und Software, der aus einer Hand erfolgt und nicht über mehrere Firmen zersplittert ist. Damit unterscheidet sich die Sun Strategie beim Linux-System nicht von den anderen kommerziellen Software-Angeboten, die Sun für die Linux-Welt bereit hält, etwa das Sun ONE ASP-Entwicklungssystem für Webinhalte oder die Grid Engine für Linux, die dem Management verteilter Ressourcen dient. Es wird geliefert, was gebraucht wird. Was für den Einsatz von Linux gilt, gilt erst recht für die ganze Palette an Hardware und Software, die Sun Microsystems offeriert. Alle Angebote schließen sich zu einem nahtlosen Ganzen zusammen.

Sun spricht bezüglich des sinnvollen Einsatzes von Linux Systemen vom Edge Computing, bei dem die Grenzlinien nach den Anforderungen eines Unternehmens gezogen werden. Am Rand der DV-Infrastruktur eines Unternehmens sind beispielsweise die Web-Server installiert: Relativ einfache, doch zuverlässige Systeme, die schnell erweitert werden können, wenn die Belastung ansteigt. Hier können Linux Appliances oder Linux General Purpose Server wie der LX 50- Server eingesetzt werden. Weiter innen liegen die Anwendungsserver, die mit dem Herzstück der Unternehmen, den Datenbankservern verbunden sind. Mit zunehmenden Ansprüchen an Hardware und Software sowie dem umfassenen Management zentraler Ressourcen spielen SPARC-Hardware wie Sun Fire Server sowie Solaris als stabiles System auch unter Hochlast eine zentrale Rolle. Dort, wo Datenbank-Cluster zentrale Unternehmens-Informationen verwalten, steht die skalierbare 64-Bit Architektur mit dem passenden Betriebssystem im Mittelpunkt.

System-Mix – Enorme Zugriffsmöglichkeiten

Mit dem Mix aus SPARC-Hardware und Solaris für SPARC- wie für Intel-Systeme, mit seinen Cobalt-Systemen und Linux für diese Server wie für die Desktops der Anwender ist eine Architektur vorhanden, die sich nach dem Bedarf der Unternehmen wie ein Baukasten zusammenstecken lässt.

Die Administration großer komplexer IT-Infrastrukturen wird heute von vielen Anwendern als Herausforderungen empfunden. N1 nennt Sun die Idee, die hinter dem so genannten Fabric Computing steckt, bei dem alle Komponenten eines Netzwerkes dem Administrator in einem logischen Pool präsentiert werden. Die Verwaltung der einzelnen Elemente geschieht auf einer logischen Ebene, die von den Details der beteiligten Server oder Speicher-Systemen abstrahiert. Nicht mehr die Server selbst werden verwaltet, sondern nur noch die von Gesamtsystem zu erbringenden Services. Das Deployment der Services auf die vorhandenen Hardware-Resourcen wird durch N1 automatisch vorgenommen.

Damit eine Idee wie N1 realisiert werden kann, ist es notwendig, dass alle Komponenten bis hin zu den Linux-Systemen beim Management integriert sind. Sun Linux, Solaris und die ganze Palette der von Sun angebotenen Hardware werden dabei so verwoben, dass die Grenzen für den Administrator fallen. Für ihn ist es gleichgültig, welches System eingebunden wird. Gleichzeitig kann jedes Unternehmen mit dem Angebot von Sun seine eigenen Grenzen setzen, wo Linux zum Einsatz kommen kann oder wo es schon Solaris sein muss, wo Intel-Systeme besser am Platz sind oder wo mit der skalierbaren SPARC-Architektur die Bedürfnisse besser abgedeckt sind.

Von der Vision zur Technologie

Betrachtet man das Angebot in der Linux-Welt mit einem guten Dutzend verschiedener Linux-Distributionen, so wird man unweigerlich an die Situation der 80er-Jahre erinnert, als es ein Dutzend Unix-Varianten gab. Heute sind von diesen Varianten nur wenige Angebote übrig geblieben. Zu diesen gehört Solaris, weil Sun Microsystems es frühzeitig verstanden hatte, rund um Solaris und die Sun-Hardware eine "Community" aufzubauen, eine Gemeinschaft von Entwicklern, die mit Leidenschaft das Betriebssystem stützte und fortlaufend neue Ideen ausprobierte. Solaris ist heute mit einem Anteil von über 50% im Unix-Markt die führende Unix-Implementierung. So entstand als "Big Idea" in diesem Entwicklungsprozess NFS, das Network File System, das bereits 1984 lizenzfrei der gesamten Unix-Welt zur Verfügung gestellt wurde und zum offenen Industrie-Standard für das File-Sharing in vernetzten Systemen wurde. Auch die Revolution, die mit dem Plattform-unabhängigen Java im Jahre 1995 eingeleitet wurde, wurde lange vorher in der Gemeinschaft engagierter Entwickler diskutiert. Heute finden sich engagierte Entwickler mit Sinn für die Aufgaben der Gemeinschaft in beiden Lagern, bei den Entwicklern von Solaris und Sun Linux wie in der übrigen Linux-Welt. Die Chancen stehen bestens, dass Sun Microsystems diesen Enthusiasmus bündeln kann, neue und bessere Produkte auf den Markt zu bringen. Diese können beweisen, dass Sun an vorderster Front dabei ist. Dort, wo Visionen in Technologie umgesetzt werden, hält Sun Microsystems die Pole Position.


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