Forschung und Lehre

Großmeister für's Web

Sun CMT Server und Solaris 10 Technologie bringen die Schacholympiade erstmals live ins Internet

Mehr als 1200 der weltweit besten Schachspieler trafen sich im November 2008 zur Schacholympiade in Dresden. Die Organisatoren hatten bei diesem 14tägigen Wettbewerb Meisterleistungen zu vollbringen. Eine der größten Herausforderung neben der aufwändigen Logistik vor Ort: Die Live-Übertragung aller 5654 Schachpartien im Internet mit einer zu erwarteten Zahl von einer Million gleichzeitiger Zuschauer. Mit Sun Microsystems haben sich die Organisatoren einen Partner hinzugezogen, der sich mit Enthusiasmus und Know-how der Herausforderung stellte. Das Ergebnis: Eine perfekte Weltpremiere.

Anforderung

  • Für einen Rechencluster wurde schneller, hoch skalierbarer Speicherplatz benötigt.
  • Hohe Verfügbarkeit
  • Beste Performance auch unter höchsten Lasten.

Lösung

Zwei Sun SPARC Enterprise T5240 mit Solaris 10 und Java Enterprise System Web Server sorgen für die zuverlässige Bereitstellung der Schachpartien im World Wide Web in exzellenter Geschwindigkeit auch unter höchster Belastung.

Ergebnisse

  • Erstmalig vollständige Live-Übertragung einer Schacholympiade im Internet.
  • Beste Performance auch unter Spitzenauslastung.
  • Sicherer, stabiler Betrieb ohne Ausfälle.

Produkte und Services

  • Sun SPARC Enterprise T5240 Server
  • Java Enterprise System
  • Solaris 10 ZFS Administration (SA-229-S10)

Ausführliche Referenz

1270 Schachspielerinnen und -spieler, 154 Mannschaften aus 141 Nationen. 514 Schachbretter mit insgesamt 5654 Partien über 11 Runden. 33924 Stunden (= 3,9 Jahre) Gesamtspieldauer. 14000 Zuschauer, 549 akkreditierte Journalisten, 110 Schiedsrichter, 257 Mannschaftskapitäne und 275 freiwillige Helferinnen und Helfer: Die 38. Schacholympiade, die im November 2008 in Dresden ausgetragen wurde, erwies sich als beeindruckende Sportveranstaltung der Superlative – und als logistische Meisterleistung der Organisatoren.

Logistische Herausforderung
Mit der Organisation des 14tägigen Großereignisses im Internationalen Congress Centrum Dresden wurde die eigens gegründete Chess Foundation GmbH beauftragt. Für das 20-köpfige Team der Chess Foundation GmbH war die Schacholympiade eine völlig neue Herausforderung. „Für die Organisation hatten wir uns einen ehrgeizigen, straffen Zeitplan gesetzt. Es war von vornherein klar, dass wir für die vielfältigen Aufgaben, die mit der Ausrichtung der Schacholympiade einher gehen, mit starken Partnern zusammenarbeiten wollten“, berichtet Jörn-Torsten Verleger, Geschäftsführer der Chess Foundation GmbH.

Neben den organisatorischen und logistischen Herausforderungen vor Ort - stellte das Großereignis vor allem auch hohe Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Die 514 Schachbretter waren für die lückenlose Dokumentation der Spiele digital zu vernetzen. Infotainment-Systeme im Congress Centrum sollten Journalisten, Teilnehmer und Gäste stets über die relevanten Fakten des Turniers informieren. Die Internet-Präsenz der Olympiade unter www.dresden2008.org galt es zu gestalten und mit aktuellem Content zu Wettbewerb und Rahmenprogramm zu füttern.


Aufgrund der hervorragenden Vorbereitung durch Sun liefen die Geräte auch unter Volllast absolut stabil und performant – an allen Standorten.
— Jörn-Torsten Verleger, Geschäftsführer Schacholympiade 2008 Chess Foundation GmbH

Ehrgeizige Ziele
Doch die Organisatoren hatten sich auch ein absolutes Novum in der Geschichte der Schacholympiade vorgenommen. Das ehrgeizige Ziel: Alle Partien sollten mit allen Spielzügen live im Internet dargestellt und weltweit abgerufen und beobachtet werden können. Ein Vorhaben, das sich bei den früheren Schacholympiaden nicht realisieren ließ. Nichts weniger als eine Weltpremiere hatten die Organisatoren also im Sinn. Die IT-Experten der Schacholympiade, die sich aus einer Kooperation zwischen Chess Foundation GmbH, Stadt Dresden und der Technischen Universität Dresden rekrutierten, rechneten hoch: Die weltweite Relevanz des Turniers ließ exorbitante Nutzerzahlen für dieses Internet-Vorhaben erwarten. Mit mehreren Millionen Zugriffen und Hunderttausenden Live-Zuschauern war zu rechnen.

Für Dr. Matthias Müller, stellvertretender Direktor des Zentrums für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen an der TU Dresden, war klar, dass für dieses ambitionierte Anforderungsprofil ein Partner ins Boot geholt werden sollte, der sich mit der Bereitstellung von hoch frequentiertem Web-Content bestens auskennt: „Für uns war Sun der Wunschkandidat für die Realisierung dieses Vorhabens. An der TU Dresden haben wir lange und intensive Erfahrung mit Solaris und den Systemen von Sun. So lag es für uns nahe, zur Umsetzung der Live-Übertragung auf das Know-how von Sun zu setzen.“

Cleverer Schachzug: Solaris 10
Bei Sun Microsystems stieß das Projekt sofort auf Begeisterung. Das zu erwartende hohe Interesse der Internet-Community an den Live-Übertragungen und der damit verbundene hohe Netzwerkverkehr schienen prädestiniert für zwei Schlüsseltechnologien des Unternehmens: Die Ultra SPARC T2 Plus Prozessoren mit ihrer Chip Multithreading Technologie (CMT) sind speziell entwickelt worden, um eine Vielzahl paralleler Webzugriffe bedienen zu können. Und mit Solaris 10 und seinem Zetabyte File System (ZFS) steht eine hochperformante, flexible und äußerst stabile Betriebssystemumgebung als zuverlässige Plattform bereit.

In Verbindung mit dem Java Enterprise System, insbesondere mit seinen Komponenten Web Server und Reverse Proxy Server und den Komponenten zur Virtualisierung von Systemressourcen, hier Solaris Container und Logical Domains (Ldoms), sollte sich die ideale Lösung für die Live-Übertragung der Schacholympiade im Web umsetzen lassen.

Millionenfache Parallelität mit Sun CMT Technologie
Als Hardware-Plattform stellten die IT-Experten von Sun zwei SPARC Enterprise T5240 Server zur Verfügung, die jeweils mit 64 GB Hauptspeicher ausgestattet wurden. Jede der beiden Maschinen wurde mit jeweils einer Logical Domain konfiguriert. In diesen LDoms liefen jeweils neun Solaris 10 Container mit dedizierten IP-Stacks. Acht dieser Container beherbergten Proxy-Server, ein Container war für den Web-Server zuständig.

„Wir rechneten mit etwa einer Million gleichzeitig gehaltener TCP-Verbindungen. Die zwei schlanken, kleinen SPARC Enterprise T5240 Server riefen bei dem einen oder anderen durchaus skeptische Blicke hervor: Damit wollt Ihr diese hohen Lasten bedienen?“, berichtet Dr. Matthias Müller leicht schmunzelnd. „Aber Sun war sich der Sache sicher, und wir hatten keinen Grund, an der Expertise von Sun zu zweifeln.“

Das Vertrauen in Sun und die vorgeschlagene Lösung sollte sich als berechtigt herausstellen. Mit der zeitnahen Bereitstellung und Inbetriebnahme der Systeme sowie der reibungslosen Abwicklung zeigten sich die Organisatoren der Schacholympiade vom Engagement des Teams von Sun schnell begeistert.

Weltpremiere
In vielen Hochrechnungen, Tests und Simulationen haben die Techniker von Sun und die IT-Experten des Organisationsteams der Olympiade die Systeme erprobt. Dennoch: Ein echter Live-Betrieb mit all seinen Aspekten lässt sich kaum vollständig in der Theorie durchspielen. Zum Start des Turniers am 13. November 2008 war denn auch die Spannung groß: Spielt die Infrastruktur mit? Wie viele Nutzer werden tatsächlich das Angebot abrufen? Wird die Weltpremiere der Live-Übertragung ein Erfolg?

Durchatmen nach den ersten Stunden: Das Turnier läuft reibunglos. Der Ansturm im Internet ist gewaltig, aber die Plattform hält stand. Mehr noch, die Organistoren sind begeistert, und Chess-Foundation-Geschäftsführer Jörn-Torsten Verleger freut sich: „Aufgrund der hervorragenden Vorbereitung durch Sun liefen die Geräte auch unter Vollast absolut stabil und performant – an allen Standorten. Meine Kollegen waren beeindruckt, wie reibungslos die Integration der Server in das Rechenzentrum erfolgte. Die Ergebnisse sprechen für sich.“

A propos Ergebnisse: In der Tat erwiesen sich in den zwei Wochen der Olympiade die vorab eingeschätzten Zugriffszahlen als nicht übertrieben. Die Server hatten mehr als 126 Millionen Sessions zu bedienen. Rund 450 000 Zuschauer verfolgten die Partien live im Web. 660 Millionen Dateien wurden von den beiden SPARC Enterprise T5240 Server an die Community geliefert. In Spitzenzeiten wurden pro Sekunde bis zu 7447 neu eröffnete Sessions gemessen – und die Sun Systeme zeigten sich davon völlig unbeeindruckt. Für sie war es einfach ein Job, für den sie wie geschaffen sind...

Weblog: LDoms und Container auf der Schacholympiade

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