Forschung und Lehre

Klinikum Rechts der Isar

IT-Stationen für flexibles Klinikpersonal

In der ersten Ausbaustufe mit 80 Sun Rays konnte das Klinikum fünf Prozent Investitionskosten sparen, bei 160 Sun Rays sind es bereits 16 Prozent. Die Sicherheit und Verfügbarkeit hat sich durch eine Zentralisierung von Daten und Anwendungen auf redundanten Servern verbessert. Außerdem profitieren die Mitarbeiter durch mobilen, sofortigen Zugriff mit Chipkarte und Passwort auf ihre individuelle Arbeitsumgebung.

Anforderung

  • Ortsunabhängiger Zugriff auf Patientendaten für mobiles Personal.
  • Sichere arbeitsteilige Nutzung von Clients.
  • Kostensenkung.

Lösung

Zentralisierung der Anwendungslogik durch Anpassung von SAP sowie Verbindung von Sun und Windows-Welt über Konnektor von Sun und Aufbau der Sun Ray-Arbeits stationen.

Ergebnisse

  • Zentralisierung der Anwendungslogik durch Anpassung von SAP sowie Verbindung von Sun und Windows-Welt über Konnektor von Sun und Aufbau der Sun Ray-Arbeits stationen.
  • Leichte Anwendung für die Systembenutzer.
  • Verlässliches, sicheres System.
  • Kostengünstige Lösung.

Ausführliche Referenz

Seit Frühjahr 2007 haben im Neubau des Neuro-Kopf-Zentrums am Klinikum rechts der Isar diverse Abteilungen und Kliniken eine neue Heimat gefunden. Hier widmen sich unter anderem Neurologen, Neurochirurgen und Radiologen gemeinsam der Behandlung von Kopferkrankungen. Schnell und effizient arbeitet dort mobiles Klinikpersonal in wechselnden Teams. Die Patientendaten kommen dabei von zentralen Servern und können an jeder der IT-Arbeitsstationen abgerufen werden.

Für ihre Patienten bedeutet dies kurze Wege und prompte, interdisziplinäre Hilfe. Speziell dann, wenn – wie bei einem Schlaganfall – jede Sekunde zählt. Dafür sorgt nicht zuletzt leistungsfähige Technik: Schnell sind beispielsweise Computertomographie-Bilder erstellt, mit denen sich die Durchblutung der Hirngefäße genau messen lässt. Und sekundenschnell sind diese Informationen an jedem Ort im Klinikum abrufbar. Den Zugang zu den Patientendaten im klinischen Arbeitsplatzsystem erhalten die Mitarbeiter über ihre persönliche Kennung, mit der sie sich beim zentralen IT-System identifizieren. Einen eigenen Personalcomputer brauchen sie dafür nicht. Sie nutzen die IT-Stationen arbeitsteilig ohne aufwändiges An- und Abmelden. Die neuen IT-Arbeitsstationen, so genannte Sun Rays, bestehen jeweils aus einem Flachbildschirm, dem Ultra-Thin-Client und einer Tastatur. Die persönliche Karte wird in ein integriertes Lesegerät eingeführt und schon ist die Arbeitsstation aktiv.

Zentrale Intelligenz
Im Gegensatz zu herkömmlichen Personalcomputern besitzen Sun Rays selbst keine Intelli - genz, sondern holen sich Rechenleistung, Anwendungen und Daten von zentralen Servern. Das Konzept hat für das mobile Personal große Vorteile, weil man überall im Klinikum Zugriff auf genau die Daten hat, die man im jeweiligen Moment braucht. Dies genau in dem Arbeits - umfeld, in dem man sich bewegt. So kann ein Arzt in seiner Stammstation Patientendaten für ein gemeinsames Konzil vorbereiten und später im interdisziplinären Zentrum seinen Kollegen präsentieren: Einfach Karte ziehen, an einer anderen Sun Ray wieder einstecken und der Zentralrechner zeigt dort sofort die aktuelle Sitzung. Der Mediziner trägt in über - tragenem Sinne seine aktuelle IT-Arbeitsumgebung auf einer Chipkarte mit sich.


Die Sicherheit der Sun Rays hat auch den Datenschutzbeauftragten des Klinikums überzeugt. Jetzt können sich mehrere Nutzer bedenkenlos eine Arbeitsstation teilen. Das Klinikum weiß die sensiblen Patientendaten gut geschützt hinter den dicken Mauern seines Rechenzentrums, denn die Sun Rays besitzen weder Festplatten und Laufwerke noch Anschlussmöglichkeiten für sonstige Speichermedien.
— Dr. Manfred Härdtner, Stellvertretender Leiter des Rechenzentrums Klinikum rechts der Isar

Auf der grünen Welle
Und die Sun Ray benötigt – ganz zeitgemäß – gerade einmal vier Watt Leistung. Sie unter - bietet damit sogar handelsübliche Glühbirnen. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Arbeits - platzrechner bringt es auf stolze 80 Watt pro Stunde. Hier deutet sich bereits an, dass die neue Architektur auch im laufenden Betrieb kostengünstiger sein wird. Zwar steigt der Administrationsaufwand in der Implementierungsphase naturgemäß an, doch bleiben beispielsweise Software-Updates künftig auf den Server beschränkt. Auch die Arbeitsplätze sind sofort eingerichtet: Sun Ray am Server anmelden, einschalten, fertig.

Gleichzeitig lassen sich die Anwenderrechte zentral verwalten, weil der Server die Daten und Funktionalitäten individuell zuteilt und diese nicht verstreut auf unterschiedlichen Personalcomputern liegen. Damit sind sie wie derum vor unbefugten Zugriffen geschätzt.

Vorbehalte der Klinikleitung bezüglich der Systemverfügbarkeit waren schnell ausgeräumt, weil sich zentrale Rechner wesentlich besser gegen Ausfälle schätzen lassen als Hunderte von einzelnen Personalcomputern. Versagt ein Server seine Dienste, übernimmt automatisch ein anderer. Dabei sichern sich jeweils zwei Server vom Typ Sun Galaxy gegen seitig ab. Das eine Paar steuert mit Sun Ray Server-Software die Desktops und Sitzungen, authentifiziert die Nutzer und verschlüsselt die Kommunikation. Das andere Paar betreibt den Windows Terminal-Server, der den Zugriff auf Microsoft-Anwendungen und SAP realisiert.

Harmonisch und homogen
„Aus technischer Sicht war die Anpassung von SAP besonders anspruchsvoll, weil jetzt nicht mehr die Personalcomputer, sondern zentrale Server die komplette Funktionalität bereit stellen“, berichtet Karl Eichner, Projektleiter bei circular. Das Stuttgarter IT-Dienstleistungsunternehmen verantwortete die Implementierung der Sun Ray-Lösung in der zweiten Hälfte des Jahres 2006. Das Sun-Team unterstützte das Projekt mit diversen Teststellungen ebenso wie mit Know-how, unter anderem bei integrativen Aufgaben. Systemadministrator Günter Gall vom Klinikrechenzentrum rundete die Lösung durch seine Microsoft-Expertise ab.

Eine breite Einführung der Ultra-Thin-Clients war besonders leicht möglich, da seit Mitte letzten Jahres eine verbesserte Sun-Lösung auf dem Markt ist, die den Windows Terminal Server anbinden kann. Damit können sich heute Mitarbeiter beispielsweise an der Sun Ray über den vom PC her vertrauten Windows-Bildschirm beim so genannten „klinischen Arbeitsplatz“ anmelden. Eine Umgewöhnung und Schulung der Nutzer war nicht notwendig. Der klinische Arbeitsplatz liefert als Kernanwendung auf SAP-Basis alle für den Klinikbetrieb relevanten Informationen. „Das Sun Ray-Projekt profitierte eindeutig von unserer homogenen Anwendungslandschaft und versetzt uns in die Lage, dies auch im Frontend-Bereich weiter zu intensivieren“, meint Dr. Härdtner.

Nach Projektende werden zirka 2.100 Mitarbeiter Zugang zu 600 Sun Rays haben. Doppelt so viel Geld hätte das Klinikum dann für den Kauf von gängigen Personalcomputern in die Hand nehmen müssen. Künftig könnten Sun Rays mit Wireless-LAN-Karte auch teure und weniger sichere mobile Laptops im Klinikbetrieb ersetzen. Aktuell testet das IT-Team außerdem, wie sich die Technologie unter den speziellen Bedingungen im Operationssaal bewährt. Für den besseren Überblick sind die Daten und Bilder dort auf zwei Bildschirme verteilt. Und dieses wird sicherlich nicht das letzte Projekt sein, welches die Einsatzmöglichkeiten von Sun Rays auslotet.

„Für uns ist das Klinikum rechts der Isar ein besonders interessanter Kunde, weil es ein Universitätsklinikum ist und eng mit den Forschungseinrichtungen der Technischen Universität München zusammenarbeitet“, meint Andreas Holz, Accountmanager Forschung und Lehre Bayern bei Sun Micro - systems. Innovative Projekte sind hier an der Tagesordnung, von denen letztlich einer im Besonderen profitieren soll: der Patient.

Leistung und Effizienz
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