Medien

GGP Media

Mit SAM zur sicheren Archivierung und effizienten Prozessen in der Druckvorstufe

Heterogen und an ihrer Kapazitätsgrenze war die Speicherlandschaft der Druckvorstufe bei GGP Media noch Anfang 2008. Dies änderte sich schlagartig Mitte des Jahres: Das Bechtle IT-Systemhaus Weimar führte mit Unterstützung von Sun in nur einem Monat ein hierarchisches Speichermanagement ein. Es verwaltet beliebig viele Dateien und legt sie nach vorgegebenen Regeln automatisiert ab. Damit ist GGP für die Zukunft gut vorbereitet und kann geschäftlich jederzeit neue Wege beschreiten.

Anforderung

  • Beliebig erweiterbares, zentrales Dateisystem
  • Transparenter Datenzugriff
  • Zeitlich unbefristete Aufbewahrung von Massendaten
  • Störungsfreier Betrieb, vor allem in produktionsrelevanten Bereichen
  • Geringer Administrationsaufwand
  • Migration auf neue Medien

Lösung

Sun und Bechtle führten bei GGP Media das hierarchische Speichersystem SAM ein. Die dreistufige Lösung basiert auf Hardware von Sun, ist durch Speicherkomponenten plattformunabhängig erweiter- und erneuerbar. Anwender können ohne Zuarbeit von Archivaren oder Administratoren auf alle Datenbestände zugreifen.

Ergebnisse

  • Komplette Transparenz für Nutzer und Applikationen
  • Minimierter Administrationsaufwand durch automatisierte Prozesse
  • Schnelles Wiederherstellen der Daten im Schadensfall
  • Wechsel auf aktuelle Speichertechnologien im laufenden Betrieb möglich
  • Kein gesondertes Backup erforderlich

Produkte und Services

  • Sun StorageTek Storage Archive Manager (SAM)
  • Solaris 10 11/06
  • Sun Netra T5220 Server
  • Sun StorageTek 2540 Array
  • Sun StorageTek SL500 Modular Library System

Ausführliche Referenz

Bis zu 17.000 digitale Einzelseiten bearbeitet die Vorstufe der GGP Media GmbH im thüringischen Pößneck täglich. Das hundert Jahre alte Traditionsunternehmen gehört seit 1990 zur Mohn-Mediagruppe von Bertelsmann. Es verarbeitet mit tausend Mitarbeitern jährlich 105.000 Tonnen Papier zu Büchern, Zeitschriften und Katalogen. Unsichtbar, aber dennoch gewaltig wachsen die Datenberge im Hintergrund. „Manchmal lassen Verlage ein Buch nach zehn oder mehr Jahren nachdrucken – kein Problem für uns, wir greifen dafür auf ein organisiertes und strukturiertes System zurück“, berichtet Ingolf Fritzsche, Leiter Technik Team bei GGP Media.

Gespeichert hat das Unternehmen die Daten bis vor kurzem in einem heterogenen Netzwerk. Die veralteten Systeme stießen allerdings an ihre Grenzen: RAID-Systeme fielen aus, das Wiederherstellen und die Suche von Aufträgen dauerte zu lange.

Unendlich viele Dateien verwalten können
Deshalb entschloss sich GGP Media 2008 zu einem harten Schnitt: Ein stabiles, neues System mit hierarchischem Speichermanagement sollte dem IT-Wildwuchs ein schnelles Ende bereiten. „Allem voran wollten wir ein Dateisystem, das quasi unendlich mit unseren Anforderungen mitwachsen kann“, sagt Fritzsche. Nicht nur riesige Datenmengen sollte es verwalten können, sondern auch offen für neue Speichertechnologien aller Art sein. Außerdem forderte das Unternehmen weit reichend automatisierte Prozesse, um seine Administratoren zu entlasten. Produktionsrelevante Teile sollten hochverfügbar und weitere Komponenten nach einem Schadensfall schnell wieder betriebsbereit sein.


Mit dem Storage Archive Manager von Sun beherrschen wir das rasante Dateienwachstum in der Druckvorstufe, entlasten unsere Administratoren, gewährleisten hohe Verfügbarkeit und Datensicherheit. Damit hat GGP Media die Basis für heutige und künftige Geschäftsprozesse geschaffen und kann seinen Kunden optimalen Service bieten.
— Ingolf Fritzschel, Leiter Technik Team GGP Media GmbH

Die Wahl fiel nach einem ausgiebigen Praxistest auf eine Komplettlösung von Sun mit Storage Archive Manager (SAM), Servern und Storage-Systemen. Die Testinstallation hatte der Dienstleister Bechtle IT-Systemhaus Weimar mit Unterstützung des Herstellers Sun aufgebaut. Systemtechniker Klaus Buthke von GGP erinnert sich: „Es funktionierte alles einfach so, wie wir uns das vorstellten.“ Heute deckt SAM den kompletten Archivierungs- und Verwaltungs-Workflow der Vorstufe mit allen Clients ab: Der Kunde schickt die Originaldaten, diese werden aufbereitet und in einer Auflösung von 2.540 dpi (Punkte pro Zoll) auf Druckplatten ausgegeben. Derzeit verwaltet der Speichermanager rund 18 Terabyte Rohdaten und insgesamt 68 Terabyte Archivdaten. Letztere resultieren aus einem ausgeklügelten dreistufigen Speicherverfahren.

Intelligentes Konzept sorgt für hohe Sicherheit
Alle Anwender der Vorstufe arbeiten auf dem Online-Cash, einem Sun StorageTek 6140 Array mit 6 Terabyte Speicherkapazität. Die Sun T5220 Server und die Storage Arrays sind redundant an das Storage Area Network (SAN) angeschlossen. Eine erste Kopie der Daten schreibt SAM auf ein Sun StorageTek 2540 Array, eine zweite Kopie auf eine Sun StorageTek SL500 Bandbibliothek mit einer Kapazität von 50 Medien. Ist der Online-Cash zu 90 Prozent ausgelastet, löscht das System automatisch die am wenigsten benutzen Daten mit Ausnahme ihrer Header, so dass sie sich bei Bedarf sofort aus der ersten oder zweiten Kopie wiederherstellen lassen. Buthke konstatiert, „dass sich die Zugriffszeiten gegenüber dem Altsystem verbessert haben.“

Für die Anwender und Applikationen ist das Dateisystem unabhängig von der jeweils verwendeten Plattform komplett transparent. Das Zugangstor bildet ein zentraler Server mit SAM, der durch einen redundanten Server „hot-stand-by“ abgesichert ist. Fällt der Produktivrechner aus, kann der zweite sofort einspringen. Auch räumlich hat GGP Media ihr Sicherheitskonzept konsequent weitergeführt. In drei verschiedenen Brandabschnitten sind aktiver HSM-Server und Online-Cache, erste Kopie und redundanter HSM-Server sowie die Bandbibliothek mit der zweiten Kopie getrennt voneinander untergebracht. Ein gesondertes Backup ist nicht erforderlich, da alle Daten mindestens zweifach abgelegt sind und im Online-Cache erst nach der Kopie gelöscht werden.

Recovery der Daten in wenigen Stunden
Selbst ein kompletter Stromausfall ist für das hierarchische Speichermanagement kein größeres Problem, wie Teamleiter Fritzsche bestätigt: „Einmal versagte unsere unterbrechungsfreie Stromversorgung durch einen Service-Einsatz, aber SAM funktionierte nach dem Neustart schnell wieder einwandfrei.“ Bei einem Crash sorgt ein Automatismus dafür, dass alle Daten innerhalb weniger Stunden wieder auf die richtigen Medien aufgespielt werden. In der alten IT-Landschaft hätte das IT-Team damit Wochen verbringen müssen – und wäre ein hohes Fehlerrisiko eingegangen.

Seit SAM eingeführt ist, bleibt den Administratoren generell mehr Zeit für Innovationen, da sie sich weniger um den laufenden Betrieb kümmern müssen. So genügt es, wenn sie die Regeln im System hinterlegen, nach denen dieses die Dateien ablegen soll. Sind Erweiterungen der Hardware nötig, lassen sie sich im laufenden Betrieb vornehmen. Dafür wird übergangsweise auf redundante Ressourcen umgeschaltet, bis die neuen Komponenten installiert sind. „Wir haben das Verfahren mehrfach ausprobiert“, sagt Buthke, „und es funktionierte jedes Mal einwandfrei.“

Offen für Technologien der Zukunft
Auch Technologiesprünge macht SAM problemlos mit, denn das System verzichtet im Gegensatz zu anderen Archivlösungen auf einen Middleware-Layer und herstellergebundene Formate sowie Protokolle. Die Daten legt SAM in einem Jahrzehnte alten Standard-Unix-Format ab, das sicherlich auch künftig immer ausgelesen werden kann. Praktisch unendlich ist die Zahl der Dateien, die die Lösung hierarchisch speichern kann, 36 Billiarden – also 36.000.000.000.000.000 Files – ist die derzeitige Obergrenze. „Da ist selbst bei uns noch etwas Luft nach oben“, amüsiert sich Fritzsche.

Anders Mitte 2008: Damals war die Luft eher dünn, denn das Altsystem arbeitete komplett am Anschlag. Deswegen blieb den Spezialisten von Bechtle und Sun nur der Monat Juli, um SAM inklusive Hardware einzuführen und die Funktionalität zu prüfen. Getestet wurde unter echten Produktionsbedingungen, denn nicht nur das Technik Team sondern auch die komplette Produktion mussten Gewissheit haben, „dass die Lösung unter Volllast nicht doch in die Knie geht.“ Die Mitarbeiter informierten sie nur am Rande über das Projekt. Da die Performance stimmte, blieben den Anwendern die Feinarbeiten des IT-Teams im Hintergrund verborgen. Beschwerden über gestiegene Zugriffszeiten kamen lediglich aus den Reihen der Macintosh-Nutzer ab dem Betriebssystem 10.5.x, doch das Problem ließ sich mit einem zusätzlichen Tool schnell beheben.

Das Team hat perfekt harmoniert
Dass das Projekt in nur vier Wochen ohne größere Reibungsverluste über die Bühne gehen konnte, sieht Fritzsche nicht nur in ausgereifter Technologie und der Kompetenz aller Beteiligten begründet: „Die Leute von Bechtle, Sun und GGP haben zusammengearbeitet, als gehörten sie zur selben Firma. Alles ging Hand in Hand – auch nachts und am Wochenende.“ Eine Fortsetzung mit neuen Projekten kann er sich deshalb gut vorstellen. Allerdings ist das derzeitige System bereits auf ein künftiges jährliches Wachstum von vier bis fünf Terabyte ausgelegt. Aber wie jeder weiß: Geschäftsmodelle können sich ändern und Datenmengen in der Folge ebenfalls.

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