Finanzwirtschaft

Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Düsseldorf

Deutsche Apotheker- und Ärztebank rüstet sich mit effizienter ILM-Storage-Lösung für die Zukunft

Der administrative Aufwand für die Lenkung und Überwachung der Speicherprozesse ist deutlich gesunken. Das neue ILM-System ermöglicht die gesamte Steuerung des fast 30 Terabyte großen Datenbestandes mit nur einem Mitarbeiter. Die Backup-Zeiten haben sich auf maximal acht Stunden halbiert.  

Anforderung

  • Hoch performante, vollredundante ILM-Speicherlösung mit standardisierten Schnittstellen

Lösung

Implementierung eines Information Lifecycle Management Systems auf Basis von zwei Sun StorageTek 9980 Systemen, Sun StorageTek L700 Bandbibliotheken und Sun StorageTek Enterprise Storage Manager.

Ergebnisse

  • Gewährleistung der Rückportierbarkeit der Daten.
  • Verwaltung und Überwachung der gesamten Speicherumgebung.
  • Verkürzung des Archivierungsprozesses auf die Bänder und Gleichzeitige Reduzierung der physikalische Belastung der Bänder.
  • Halbierung der Backup- Zeiten.
  • Gleichgebliebener Systemaufwand trotz des stark angewachsenen Datenvolumens.
  • Deutlich mehr Gemeinkostentransparenz.

Produkte und Services

  • Sun StorageTek 9980 System
  • StorageTek L700e Tape Library
  • Legato Systems Software
  • Sun StorageTek SAM-FS 4.0 Software
  • Sun StorageTek Enterprise Storage Manager 1.0

Ausführliche Referenz

Panzertürbewehrte Banktresore sicherten vormals in Geldinstituten die monetären Besitz - tümer ihrer Kunden. Heute dagegen werden Vermögenswerte hauptsächlich in Form von elektronischen Daten in den Rechenzentren der Finanzinstitute abgebildet. Was auf den ersten Blick als drastischer Wandel scheint, ist in der Verpflichtung der Bestandswahrung jedoch gleich geblieben, nämlich zu schätzen, was zu schätzen ist.

IT-Abteilungen in Geldinstituten unterhalten zu diesem Zweck aufwändige Systeme für Daten- Speicherung und -Recovery. Eine mit der erforderlichen Sicherheit verbundene Ausführung verursacht bei herkömmlichen Speicherverfahren gehörige Kosten für Technik und Personal. In einem bemerkenswerten Projekt wurde eine grundlegend neue Speicherlösung mit dem Ziel implementiert, die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig den finanziellen und administrativen Aufwand zu senken. Sun Microsystems hat die Lösung entwickelt und den gesamten Prozess von der Umsetzung bis zur Einführung als Generalunternehmer verantwortet.

Mit einer Bilanzsumme von über 31 Milliarden Euro, rund 300.000 Kunden und 50 Filialen in Deutschland ist die apoBank die größte deutsche genossenschaftliche Primärbank. Schwer - punkt ist die umfassende Betreuung der akademischen Heilberufe in finanziellen und betriebswirtschaftlichen Fragen.


Die hohe Effizienz und Zuverlässigkeit der implementierten ILM-Storage-Lösung ermöglicht es, das Datenmanagement für unsere rund 150 Fachanwendungen mit nur einem Mitarbeiter auszuführen.
— Dr. Lars Knohl, stellvertretender Bereichsleiter Informatik und Organisation, Deutsche Apotheker- und Ärztebank.

Technische Engpässe nicht akzeptabel
Bei der prosperierenden Entwicklung des Unternehmens und dem damit einhergehenden Wachstum des zu verarbeitenden Datenvolumens von etwa dreißig Prozent jährlich näherten sich die bisher eingesetzten Speichersysteme ihrer Kapazitätsgrenze. Außerdem erforderten die Speicher- und Archivierungsautomatismen einen erhöhten Administrationsaufwand durch manuelle Korrekturen, verbunden mit einem entsprechend höheren Kostenaufwand.

Zusätzlich wurden in den letzten Jahren folgenreiche gesetzliche Vorgaben erlassen. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestellten Mindestanforde - rungen an das Risikomanagement in deutschen Kreditinstituten beispielsweise sowie die Einführung der digitalen Betriebsprüfung erhöhten die Ansprüche an die Nachvollziehbarkeit der Geschäftsvorgänge und machten von der gesetzlichen Seite her eine Vereinfachung des Datenzugriffs erforderlich.

Analyse führt zu weit reichenden Umstellungen
Der stellvertretende Bereichsleiter Informatik und Organisation, Dr. Lars Knohl, hat als Basis für das geplante Projekt eine Business Impact Analyse in Auftrag gegeben. Die Studie lieferte eine Übersicht aller Prozesse und Systeme, die für die Funktionsfähigkeit der Bank als vital einzustufen sind, sowie deren im Einzelnen maximal vertretbare Ausfallzeiten. Daraus wurde ein Maßnahmenplan für die wichtigsten Notfallsituationen, speziell für den Ausfall kritischer Applikationen, entwickelt. Auf dieser Basis hat Thilo Schöning, Projektleiter und Gruppen - leiter Systemmanagement, die funktionalen und mengenmäßigen Anforderungen an das neue System ermittelt und das Projekt ausgeschrieben.

ILM als Vorgabe
An erster Position der Forderungsliste stand die Realisierung einer vollständig integrierten ILM-Architektur (Information Lifecycle Management ) mit dem Ziel, die Speicherung der wert- und zeitmäßig gewichteten Daten des Unternehmens mit der jeweils kostengünstigsten Infrastruktur des Speichersys - tems vornehmen zu können. Für die Daten einer jeden Anwendung soll die Zeitdauer bestimmbar sein, während der sie auf einem zugewiesenen Speichersystem gelagert werden, bis sie in die nächste Speicherklasse transferiert werden. Zudem sollte die so hinzugewonnene Transparenz für die interne Verrechnung der Speichernutzung dienen. Der Lebenszyklus der Datenstrukturen sollte frei konfiguriert und über alle Speicherinstanzen kontrolliert werden können. Zur Gewährleistung höchster Datensicherheit enthielt der Plan den Aufbau eines zweiten, vollredundanten Systems an einem anderen Standort.

Vorgaben waren unter anderem eine hohe Performance, standardisierte Schnittstellen, Ausbaufähigkeit für zukünftige Anforderungen, Kompatibilität zu bestehenden Systemen, Plattform-Unabhängigkeit, die Möglichkeit der Rückmigration und die redundante Auslegung der Speichersubsysteme. Zudem bestand die Vorgabe, einen redundanten parallelen Zugriff auf Daten zu konfigurieren und die Archivierung gemäß GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen) gestalten zu können.

Alles aus einer Hand
„Einer der wichtigsten Gründe, Sun Microsystems mit der Realisierung des Projekts zu beauftragen, war für uns der Einsatz eines offenen Datenformats. Dies gewährleistet eine jederzeitige Rückportierbarkeit der Daten“, erläutert Dr. Knohl die Entscheidung. In der Verantwortung des Generalunternehmers hat Sun die Projektleitung durchgeführt, die Dokumentation erstellt und die Projektbeteiligten mit Beratungsdienstleistungen unterstätzt. Maßgeblicher Lösungspartner war das auf Storage-Lösungen spezialisierte Team von Forceload.

Die Lösung im Detail
Mittelpunkt der Speicherlösung sind zwei Sun StorageTek 9980 Systeme mit jeweils 14 Terabyte netto Festplatten-Speichervolumen. Bereits vorhandene Sun StorageTek L700 Bandbibliotheken wurden umgerüstet auf die aktuelle LTO-2 Technologie. Dadurch ist es jetzt möglich, Daten mit einem Volumen von nativ bis zu 200 Gigabyte pro Band zu speichern. Bei der Sicherung erreicht das System einen Durchsatz pro Laufwerk von bis zu 80 Megabyte pro Sekunde. Die SAN-Umgebung besteht aus acht Netzwerk-Switches mit fast 300 Host-Ports.

Als Managementsoftware sind neben Legato NetWorker auch Sun StorageTek SAM-FS Software (SAM-FS) und Sun StorageTek Enterprise Storage Manager (ESM) im Einsatz. Mit ESM kann die gesamte Speicherumgebung von den SAN-Komponenten über den Plattenspeicher bis hin zu den Bandrobotern überwacht und verwaltet werden. Die Steuerung der Bandroboter wurde über die ACSLS (Automated Cartridge System Library Software) virtualisiert. Thilo Schöning erklärt: „Diese Technologie erlaubt es, den endgültigen Archivierungsprozess auf die Bänder in einem kontinuierlichen Datenfluss abzuwickeln. Dadurch ist der Prozess deutlich kürzer und reduziert die physikalische Belastung der Bänder.“

Erfolgsprojekt|
Das Projekt einschließlich Konzeption, Ausschreibung und Realisierung dauerte insgesamt 18 Monate, von denen die technische Implementierung acht Monate in Anspruch nahm. Derzeit sind für die etwa 150 IT-Anwendungen auf 460 Servern etwa 18 Terabyte Daten vorzuhalten. Die gesamte Administration des 28 Terabyte großen redundant ausgeführten Storage-Systems wird von einem Vollzeit-Mitarbeiter geleistet.

„Wir sind höchst zufrieden mit dem neuen System“, erklärt Thilo Schöning, „die Backup-Zeiten haben sich von früher 12 bis 16 auf jetzt sechs bis höchstens acht Stunden halbiert und der Systemaufwand ist trotz des stark angewachsenen Datenvolumens gleich geblieben.“

Mit den Informationen über die tatsächlich vorgenommene Speichernutzung pro System ist es der apoBank jetzt möglich, verursachergerechte Abrechnungen vorzunehmen und deutlich mehr Gemeinkostentransparenz zu erzeugen. Dr. Knohl äußert als Resümee hohe Anerkennung: „Das Projekt verlief äußerst professionell - und zwar durchgängig, von der Ausschreibung bis zur Abnahme“.

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